Oddballs Camp, Fußsafaris im Okavango Delta

Das Mokoro ist das traditionelle Fortbewegungsmittel

Was ist das Oddballs Camp?

Das Oddballs Camp ist ein rustikales Camp im Okavango Delta, das nur per Kleinflugzeug erreicht werden kann. Es liegt im Süden des Moremi Game Reserves. Das Camp selber liegt außerhalb des Moremi Game Reserves. Die Safariaktivitäten finden im Moremi Game Reserve statt. 

Das Oddballs Camp ist ein naturnahes rustikales Camp, das direkt an einer Lagune liegt, die sich saisonal im Mai mit dem Wasser des Okavango füllt. Nach den Regenfällen im Sommer in Angola, braucht das Wasser ungefähr ein halbes Jahr um diesen Bereich des Deltas zu erreichen. 

Das Oddballs Camp im Okavango Delta in Botswana

Wie wohnt man im Oddballs Camp im Okavango Delta?

Ihr wohnt in Zelthäusern, die teilweise etwas höher gelegt auf Stegen liegen. Ihr schlaft in einem festen Bett und habt Eure eigene Toilette und Dusche. Die Dusche ist eine Eimer-Dusche, in die das Wasser eingefüllt wird. Der Eimer wird an einem Seil nach oben gezogen. Die Schwerkraft tut dann das Übrige. 

Es gibt einen allgemeinen Bereich im Camp mit Liegen und Sitzecken zum Relaxen mit Blick auf die Lagune.

Das Oddballs Camp im Okavango Delta Außerdem gibt es eine Boma - eine Feuerstelle, an der man Abends zusammen sitzt. 

Wie werden im Oddballs Camp die Mahlzeiten eingenommen?

An einem großen Tisch essen Gäste, Guides und Piloten gemeinsam. Das Essen ist lecker und ausreichend. Getränke kann man sich jederzeit selbst nehmen oder mixen, falls die Bar nicht besetzt sein sollte. Getränke sind im Preis mit inbegriffen. Generell ist die Atmosphäre sehr relaxed. 

Digital Detox im Oddballs Camp 

Es gibt kein Wifi im Oddballs Camp. Dies eine bewusste Entscheidung der Betreiber. Nehmt Euch also für die Mittagspause etwas zu lesen mit! In den meisten Camps gibt es zumindest eingeschränktes Wifi an bestimmten Orten. Dies ist hier nicht so. Hier kann man für kurze Zeit der modernen Welt entkommen. 

Es werden Massagen angeboten. 

Safaris im Oddballs Camp 

Die Safaris im Oddballs Camp werden ausschließlich im Mokoro (dem traditionellen Einbaum) und zu Fuß durchgeführt. Morgens wird per Mokoro in den Moremi übergesetzt. Dann geht es auf Safari zu Fuß mit Eurem Guide. Am Nachmittag macht Ihr Euch auf den selben Weg. 

Auf Safari zu Fuß im Okavango Delta

Jeder Gruppe wird ein eigener Guide zugeteilt. So kann sich der Guide auf die Interessen der jeweiligen Gruppe und auch die unterschiedlichen Fitness Level einstellen. 

Wie unterscheidet sich eine Fußsafari von einer Safari im offenen 4x4?

Sobald man sich zu Fuß in der Wildnis bewegt, wird man von der Tierwelt ganz anders wahrgenommen als in einem Fahrzeug. Die Fluchtdistanz der Tiere ist viel höher, man sieht Tiere oft aus größere Entfernung als aus einem Fahrzeug. Man nimmt auch kleinere Vorgänge in der Natur aufmerksamer wahr. Man sieht zum Beispiel die Bruthöhlen von Fischen, die hier während der überschwemmten Zeit laichen. 

Man bewegt sich als Teil der Natur, wenn man sich nicht im geschützten Bereich eines Autos befindet.

Bericht über 2 Nächte im Oddballs Camp im Oktober 2025

Ende Oktober 2025 hatte ich die Gelegenheit das Oddballs Camp für 2 Nächte zu besuchen. Der Flug in das Camp im Kleinflugzeug dauert etwa eine halbe Stunde. Auf dem Hinweg in das Camp war die Luft sehr diesig und die Sicht dementsprechend nicht so gut. 

Nach der Ankunft wurden wir in die Gegebenheiten des Camps eingewiesen, dann gab es Lunch und wir hatten den Nachmittag zur freien Verfügung bis zur ersten Safari. Gemeinsam mit mir waren eine französische Familien mit 3 Kindern angereist und ein australisches Ehepaar war schon seit gestern hier. 

Es gibt keinen Pool im Oddballs, das Camp ist sehr naturnah und ökologisch mit einem minimalen Fußabdruck. Es werden Massagen angeboten. Ich habe mir an beiden Tagen eine Massage geleistet. Den ganzen Tag zogen Elefanten Bullen am Camp vorbei, die es auf die weichen Wasserlilien vor dem Camp abgesehen hatten. Die französischen Kinder spielten Brettspiele und Kartenspiele mit den Angestellten und es wurde viel gelacht. Im eigenen Zelt hält man sich weniger auf während der heißen Jahreszeit, aber es gibt genügend Sitzgelegenheiten und Sofas in den öffentlichen Camp Bereichen. 

Gegen 15:30 Uhr ging es auf die Nachmittagssafari. Im Oddballs Camp gibt es noch die ursprünglichen Mokoros aus Holz, das Camp hat noch eine Lizenz für diese Boote. Diese Boote liegen tiefer im Wasser als die heute meist verwendeten Mokoros aus Fiberglas (um alte Baumbestände zu schützen). Nachdem ich mit Raps, meinem Guide, auf Chiefs Islands übergesetzt war, sahen wir an diesem Abend mehrere große Gruppen von Pavianen, die die Termitenhügel als Aussichtstürme benutzten. 

Am nächsten Morgen mussten wir erst einmal warten, bis ein Hippo die Lagune frei gab und wir übersetzen konnten. An diesem Tag haben wir sehr viele Tiere gesehen, Büffel, Giraffen, Zebras, Impalas und Warzenschweine. Sehr spannend war ein schlafender Elefant, der komplett ausgestreckt auf der Erde lag. Wir schlichen uns vorsichtig an ihn heran und hörten ihn schnaufen, bevor wir uns wieder auf den Rückzug begaben. Guides in den öffentlichen Parks in Botswana tragen keine Waffen, sondern verlassen sich auf ihre Kenntnisse.

Guides und Angestellte des Oddball Camps kommen aus einem Dorf ganz in der Nähe und viele arbeiten schon seit Jahrzehnten im Oddballs Camp. Die Dorfgemeinschaft hat Viehhaltung komplett aufgegeben und lebt allein vom Tourismus. Daher gibt es hier keinen Konflikt zwischen Menschen und Wildtieren. Die Wildtiere sorgen für den Lebensunterhalt der Menschen. 

In der Nacht gewittert es zum ersten Mal in diesem Jahr und dieser Regen läutet das Ende der Trockenzeit ein. Dies ist der Beginn einer ungewöhnliches Regenzeit, die dem Land viel Wasser bringen wird. In der Nacht schläft ein Elefant direkt vor meinem Zelt und am Morgen beginnt er zu fressen. Es dauert ein wenig, bis ich mich an dem Elefant vorbei traue. Draußen machen die anderen Gäste und Guides bereits Zeichen, ich soll kommen, es passiert etwas Interessantes. Ich folge der Aufforderung, wir laufen alles zur einer kleinen Erhöhung und wir sehen zwei riesige Löwenkater durch die Lagune ziehen. Wow! Was für ein Anblick! Ein brauchbares Foto gelingt mir nicht, aber trotzdem - was für ein Moment, diese riesigen Katzen in vollem Lauf durch das Wasser waten und davon ziehen zu sehen! 

Nach dem Frühstück fliegt uns Pilotin Sharon zurück nach Maun. Der Regen in der Nacht hat allen Staub aus der Luft gewaschen und das Okavango Delta glitzert in all seiner Schönheit und Pracht unter uns. 

Okavango Delta